Manuelle Lymphdrainage

Die heutige Lymphdrainagetherapie hat ihren Ursprung in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie wurde von Dr. Emil Vodder entwickelt.

Der deutsche Arzt Dr. Asdonk  interessierte sich sehr für die Behandlungsmethode von Dr. Vodden und erlernte die Grifftechnik der Lymphdrainagetherapie von Dr. Vodden persönlich. Mit dieser Therapie erzielte er bei vielen Erkrankungen hervorragende Erfolge. Er gründete deshalb 1967 in Essen die Gesellschaft für manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder.

Ödem
Dies ist eine sichtbar vermehrte Flüssigkeitsansammlung, welche normalerweise krankhaft ist. Diese liegt im Interzellularraum außerhalb des Gefäßsystems. Es verändert die Körperkonturen, zeigt eine Dellbarkeit und einen erhöhten Gewebsturgor (Prallheit). Ein Ödem kann einseitig oder symmetrisch sein.
Ödeme beginnen generell der Schwerkraft entsprechend besonders an Füßen und Unterschenkeln, bei bettlägerigen Patienten bevorzugt an Rücken, Gesäß und Oberschenkelrückseite und können dann langsam auf den ganzen Körper übergreifen.

LymphdrainageSonderform = Lipödem
Die in einer Bindegewebskammer eingelagerten Fettzellen vergrößern sich besonders bei Gewichtszunahme und führen zu einer mechanischen Quetschung der austretenden Lymphgefäße was Lymphostase heißt. Durch die Flüssigkeitsansammlungen innerhalb der Fettzellkammern können  Spannungsschmerzen auftreten. Typisch ist, dass Hände und Füße nicht geschwollen sind, sondern dass die Schwellung im Bereich der Handgelenke und Knöchel endet. Das Lipödem betrifft grundsätzlich nur Frauen, weil bei Frauen das Fettgewebe anders strukturiert ist als bei Männern.

Vorgehensweise der Lymphdrainagetherapie
Durch massageähnliche Griffe werden Lymphknoten und Lymphbahnen bearbeitet. Die Griffe sind sanfte, pumpende, entleerende Griffe. Bei starken schmerzlosen Ödemen kommen auch Griffe mit stärkerem Druck zur Anwendung. Die Griffe werden langsam und harmonisch durchgeführt.
Das Ziel der Behandlung ist eine Umfangminderung der Ödeme.
Bei bestimmten Erkrankungen des Lymphsystems kommt eine Kombination aus Manueller Lymphdrainage und Kompression zum Einsatz. Eine Kompression erfolgt immer nach einer Manuellen Lymphdrainage z.B. mit einem sogenannten Kompressionsstrumpf oder durch das Bandagieren von Extremitäten.

Einsatzgebiete der manuellen Lymphdrainage:

  • Große Hämatome
  • Nach Unfällen bei denen Schwellungen auftreten
  • Schwellungen der Beine oder Arme
  • Schwellungen, die nach Operationen auftreten
  • Schlecht heilende Wunden